Wenn ich mal richtig reich bin, dann gründe ich auch eine Stiftung, such mir einen (wodurch auch immer) ganz berühmten Wissenschaftler und sorge dafür, dass der als "Dominik D. Freydenberger Stiftungs-Professor" an einem mindestens mittelbedeutenden Fachbereich unterkommt. Das ist gar nicht schwer, ich muss dazu nur einen der einflussreicheren Profs überzeugen, der nervt dann einfach die anderen Profs und wischt alle eventuellen Bedenken beiseite. Als Farce inszeniert man dann noch ein getürktes Berufungsverfahren, bastelt einen auf den Leib geschneiderten Ausschreibungstext und inseriert nicht in den üblichen Zeitungen, sondern nur im Staatsanzeiger. Dann ist es auch egal, ob der Professor bei seinem Vortrag was drauf hat oder nicht, genommen wird er sowieso - weil die lauten Macher das wollen und die leisen Bedenkenträger die Fresse halten, statt das ganze auch nur mal kurz in einer Fachbereichsratssitzung zu hinterfragen. Außerdem ist der Mann ja berühmt, und darauf kommt es an.

Sollte ich nicht reich werden, dafür aber einflussreicher Professor der Stilrichtung "lauter Macher", gelobe ich, meinem größten Karriereförderer einen Ehrendoktor zuzuschanzen. Meine Position im Fachbereich erkennen dann alle daran, dass bei meinem Vorschlag keiner groß widersprechen wird. Nicht unbedingt, weil er gut ist, sondern weil alle wissen, dass ich sonst ganz, ganz böse würde.

Freitag, 14. Januar 2005, 12:10, von erdferkel in Uni |comment