Donnerstag, 23. Dezember 2004

Falls wirklich noch jemand keinen Gmail-Account haben sollte - ich hab hier immer noch ein paar Einladungen rumschimmeln. Von allen Webmailern, die ich kenne, ist das der mit der am wenigsten nervenden Benutzeroberfläche und deswegen schon einen Test wert.

Also, einfach Mail an erdferkel at gmail dot com, Einladung folgt sobald ich dazu komme. Orkut-Einladungen kann ich glaub ich auch verteilen, aber... wozu?

Nachtrag: Ja, toll. Ich hatte gestern noch vier Einladungen, jetzt hab ich heute eine vergeben und habe noch... fünf.

Google hat wohl zu Weihnachten wieder alle auf sechs Einladungen hochgesetzt; ich werd die wohl nie los. Es hat immer sowas betrübendes, die Einladungen ungenutzt rumschimmeln zu haben, das macht mir keinen Spaß.

Vielleicht benutze ich noch eine für mich und lege mir eine geheime Zweitidentität zu, um anonym gegen das Böse kämpfen zu können.

Von erdferkel um 23:34h in Fragmente | 2 Kommentare |comment

 

In Kaiserslautern gibt's von den Selbstverständlichkeiten bekannter Ketten und Franchises, die man von einer größeren Stadt erwartet, eigentlich fast nichts. Wir haben hier zwar Karstadt, H&M, C&A, McDonald's, Burger King, gleich zwei Nordsee Fischhalle und sogar einen Subway, aber schon beim Pizza Hut wird's kritisch: In einem der Gewergebiete gibt's so eine winzige Pizza Hut Ecke, der richtige Pizza Hut ist dann ein ganzes Stück außerhalb im stark amerikanisierten Bereich.

So richtig glauben wollte mir meine Schwester das zuerst nicht, und irgendwann meinte sie dann sowas wie "Einen Starbucks habt ihr dann wohl auch nicht?"; auf mein "Der nächste ist in Wiesbaden." hat sie mich dann ausgelacht. Zurecht, denn bei ihr in Frankfurt gibt's anscheinend gleich sieben. Und dann lese ich hier, dass meine Schwester auch in anderer Hinsicht günstiger wohnt. Ja, schon klar, ich hätte mir das überlegen können, bevor ich mir einen Studienort in der Provinz ("Rheinland-Was?") ausgesucht habe - gut finden muss ich das aber trotzdem nicht.

Außerdem gibt's hier keinen Globus, keinen minimal, keinen Walmart und erst seit kurzem einen (enttäuschenden) Saturn. Noch ein Grund, nach dem Studium wegzuziehen oder gar nicht erst hierher zu kommen.

Von erdferkel um 23:12h in Konsumwahn | 0 Kommentare |comment

 

Mittwoch, 22. Dezember 2004

Dass man als Journalist nicht wirklich Ahnung von einem Thema haben muss, um darüber zu schreiben, war mir eigentlich schon lange mehr oder weniger bewusst. Ist ja bei Blogs genauso, nur dass bezahlte Schreiberlinge einen Redakteur über sich haben - da der aber selbst nicht wirklich informiert sein muss ändert das nicht viel.

Inzwischen habe ich aber von einigen wenigen Themen genug Ahnung, um wirklich zu merken, wenn absoluter Stuss geschrieben wird, leider noch nicht lange genug, um mich daran gewöhnt zu haben und hingefaselte Einleitungen, Blafasel oder gar gezielte Verarschungspropaganda einfach zu ignorieren. Vielleicht denke ich gerade beim Thema Hochschulpolitik zu leidenschaftlich, aber selbst Journalisten sollten einsehen, dass der Umbau im deutschen Bildungswesen viel weiter gehen und einige andere Folgen haben wird, als die Politiker bisher offen zugeben. Stattdessen gibt's ungefilterte Hofberichterstattung, besonders die Blogger-Bild geht mir massiv auf die Nerven.

Im Grunde sehe ich momentan für mich nur zwei Optionen: Entweder ich ignoriere in Zukunft sämtliche Nachrichten zum Thema Bologna-Prozess, Studiengebühren, Elite-Unis, Kuschelnoten etc., oder ich gründe mir ein Watch-Blog (für Leute, die nicht iGen-Hipster-Patois sprechen: sowas wie das BILDBlog). Das wäre natürlich weit besser für mein Gewissen als die Vogel-Strauß-Methode, aber halt zeitaufwändiger (und das im Angesicht von Prüfungen, PA, DA, Paper und so).

Was meint die schweigende Leserschaft?

Auslöser für diesen Artikel war ein ungewohnt kritisches Interview mit der doofen Bulmahn, das diesen Zorn nicht unbedingt verdient. Jedenfalls nicht im Angesicht der anderen Berichte zu diesem Thema.

Von erdferkel um 22:48h in Uni | 6 Kommentare |comment

 

Dienstag, 21. Dezember 2004

Gehört auf der Fachschafts-Weihnachtsfeier letzten Mittwoch:

Nach dem Abitur steht Dir die Welt offen - im Grunde kannst Du alles werden. Du weißt nur eines genau: Du willst nicht Tag für Tag zu einem Job gehen, den Du hasst. Deswegen gehst Du studieren, und irgendwann bist Du fast fertig. Dann steht Dir die Welt noch mehr offen, aber der öde Job ist Dir jetzt plötzlich noch näher. Also promovierst Du und gewinnst noch ein paar Jahre, aber das schiebt das ganze nur auf. Und es wird immer schlimmer.

Zumindest sinngemäß hat es der Bald-Doktor so ausgedrückt; Erkältung, Glühwein und allgemeine Müdigkeit erschwerten mir das detaillierte Merken. Einigermaßen überzeugend und nachvollziehbar klingt das schon, aber es deprimiert. Irgendwie muss ich bei solchen Überlegungen an meinen "Notfallplan" denken: Wenn in meinem Leben ziemlich viel schiefgeht werde ich Raucher, klebe mir eine immerglühende Kippe in den Mundwinkel und mache in Berlin eine miese kleine Frittenbude mit tausendjährigem Frittierfett und ekligem Eintopf auf.

Muss eine miese Frittenbude sich ihr altes Fett wie eine Tradition mühsam erarbeiten, respektive erwarten, oder kann man das schon fertig kaufen? Oder kann man das wie beim Auto machen und einfach gelegentlich neues Öl nachkippen statt zu wechseln?

Von erdferkel um 22:44h in Fragmente | 0 Kommentare |comment

 

Samstag, 18. Dezember 2004

Kaiserslautern hat jetzt auch noch einen Hexenstammtisch.

Leute, ich würd' ja bei Euch mitmachen, aber die letzten Ritualmagietypies haben mich ausgelacht, weil ich beim Reinigungsteil des Rituals Meister Proper channeln wollte. Splitter/Balken, ihr verdammten Esoteriker, Splitter/Balken. Unter anderem wegen dieser Einstellung wurde mir eine negative, schwarze Aura zugeschrieben.

Von erdferkel um 21:43h in Fragmente | 0 Kommentare |comment

 

Immer wieder mal kommt mir Kaiserslautern ungewöhnlicher vor, als es eigentlich ist; damit meine ich vor allem kleine Irrtümer wie die Sache mit der Burschi-Flagge oder wenn ich anstelle der Barbarossa-Bäckerei die Barbossa-Bäckerei sehe. Oder man entdeckt Kleinigkeiten wie die Kontaktanzeige im Bierkühlschrank, den Glascontainer. Kleine Inseln der nicht-negativ konnotierten Wirrnis in dem Meer von Grau, für das Kaiserslautern so berühmt ist.

Einkaufen an Dezembersamstagnachmittagen stimmt mich meistens trübsinnig, und meistens setzt meine Umwelt dann noch etwas drauf. Heute war's der HL: Auf eine unsägliche Schlagerschnulze über einen sterbenden Schwan ("Der Schwan ist der König der Vögel, wenn er singt schweigen alle Tiere" oder so) folgte minimal-Werbung, wohl nur um mich daran zu erinnern, dass es in KL eben keinen minimal gibt (wie auch keinen Walmart oder Globus). Dafür hat die Pizzeria Akropolis wieder einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt und verkauft Pizza und Crepes. Leider keine Crepes-Pizza oder Pizza-Crepes.

Von erdferkel um 21:35h in Anekdoten | 0 Kommentare |comment