Freitag, 17. Dezember 2004

Ich will ja nicht unbedingt betonen, dass ich's schon die ganze Zeit gesagt hab', aber Herr Claus hat recht. Jetzt muss der Fachbereich nur noch daran denken, beim nächsten für ihn positiven Ranking genauso zu zweifeln.

Und, hey, ich müsste das teil eigentlich gar nicht schlecht finden: Im Gegensatz zum Fachbereich an sich hab ich bei dem Mistding gut abgeschnitten. Oberes Drittel in allen Bereichen bis auf Auslandsaufenthalte (da hab ich durchschnittlich viele: keine) und Kenntnis lebender Sprachen. Ich bin ja so viel mehr exzellente E733te als der Mob.

Denn die Meinung von Blogger-Bild, McKinsey und AOL bedeutet mir sehr, sehr viel.

Von erdferkel um 20:42h in Uni | 0 Kommentare |comment

 

Ein paar Häuser weiter hat eine Verbindung ihr Haus: farbentragend, schlagend, trinkend; mit weihnachtlichen Schneespraybildern an den Fenstern, einem riesigen Wappen und einem komischen Namen. Nicht die Mankomania oder Frankophonia, aber irgendsowas in der Richtung. Wirklich interessant ist nur eines: Nahezu immer, wenn ich daran vorbeigehe und die Regenbogen-Fahne sehe denke ich mir sowas wie "Hu, da sind die Burschenschaftler doch glatt offen schwulensolidarisch, das hätt' ich denen gar nicht zugetraut. Oder steht da PACE drauf?"

Und dann fällt mir jedesmal auf, dass rot-gelb-blau keine Regenbogen-, sondern nur so eine Burschi-Flagge ist. Hirnreflexe wird man nur schwer los.

Von erdferkel um 20:21h in Anekdoten | 0 Kommentare |comment

 

Donnerstag, 16. Dezember 2004

Irgendwie muss man sich die Zeit beim Kaffeemalen vertreiben, und in den letzten Wochen half mir dabei vor allem eines: Don Alphonsos Rebellen ohne Markt. Angenehm häufig lästert er dort, nicht unbedingt außergewöhnlich abwechslungsreich, doch mit einem angenehmen Stil, vor allem über Elite-Studis, die New-Economy und Berlin - irgendwie hilft mir die tägliche Dosis Zynismus beim Wachwerden.

Einen Roman zu diesen Themen (abzüglich Berlin) hat er auch geschrieben, yadda yadda yadda, Büchergutschein, yadda, und außerdem ist es gebunden, also kann man das riskieren, denn im schlimmsten Fall kann man noch Leute damit hauen, mit einem Taschenbuch geht das nicht. Nicht so gut.

Große Literatur ist es nun wirklich nicht, aber angenehm zu lesen, und gerade das zählt ja, wenn man gerade eine Erkältung bekämpft. Die Charaktere sind flach und bis auf eine Ausnahme zutiefst unsympathisch und hassenswert - glücklicherweise geht ein großer Teil im Lauf des Buches drauf. Die relativ einfache Handlung ("drei Typies killen sterbende Dotcoms, um das Geld ihres Chefs zu befreien und machen sich dabei Feinde") stört nicht weiter, was mir gefallen sind vor allem Stil und Atmosphäre. Überraschenderweise sterben die Dotcom-Klitschen allesamt relativ schnelle Tode, nur wenige Seiten, die langwierigen Recherchen bleiben einem erspart. Ansonsten treiben die Protagonisten durch langsam zerbröselnde Munich-Area, werfen sich Drogen verschiedener Art ein, haben unspektakulären Sex und sterben. Oder auch nicht, aber im Großen und Ganzen ist das ziemlich egal.

Ich mag dieses Buch, auch wenn der Don ein besserer Blogger als Romancier ist, aber wenn ich's nicht billiger bekommen hätte würde ich mich vielleicht ärgern (genaugenommen 10 Cent billiger, das ist das, was von meinem Gutschein nach dem anderen Buch noch übrig war und nicht verfallen durfte). Und nun, im Anschluss, etwas positiveres: William S. Burroughs, Nova Express. Trilogie fertig kriegen und so...

Nachtrag: Der Burroughs schlägt auf meinen Stil durch, allerdings nicht durch simple Kühlschrank/Milch/Geruch-Kausalitäten.

Von erdferkel um 22:16h in Bedrucktes Papier | 6 Kommentare |comment

 

Besser aufpassen, was ich in der Übungsgruppe sage. Das geht irgendwann noch schief.

Ich: "Ich sag Deinem Maschinenbauer einfach, dass Du in der Unix-AG bist. Dann verdrischt er Dich vor mir."
Er: "Ich bin doch gar nicht in der Unix-AG!"
Die: "Wir sind in der Unix-AG. Aber wir würden lieber eine Windows-AG gründen."
Ich: "Eine Windows-AG? Das ist der Bodensatz des Mutantentums."

Dann haben sie laut überlegt, ob sie eine Sammlung meiner Kommentare und Vorurteile zu Wi"Wi"s, Maschinenbauern, Softwareingenieuren und der Unix-AG rausbringen sollten.

Nachtrag: Vielleicht bin ich einfach noch nicht fit genug für Übungen, ich schweife noch mehr ab als sonst.

Von erdferkel um 21:52h in Anekdoten | 0 Kommentare |comment

 

Mittwoch, 15. Dezember 2004

Und plötzlich, plötzlich lese ich wieder gerne. Weil ich was anderes zu tun habe, etwas was dringender und wichtiger ist. Und weil es in letzter Zeit irgendwie nicht mehr so viele interessante Links zu finden gibt, zumindest kommt es mir so vor. Das Internet ist aufgebraucht, und Parties sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wobei, sie waren's eigentlich nie so wirklich. Ich tanze nicht (mp3) gerne, besonders nicht zu Musik aus dem Radio, aber an Silvester 2002/03 hab ich im Chillout-Wohnzimmer etwas besseres entdeckt. Das Buch will ich mir seitdem kaufen, bin aber immer wieder zu faul, zu geizig, zu vergesslich.

Und Weihnachten kann ich auch nicht leiden.

Von erdferkel um 17:29h in Fragmente | 0 Kommentare |comment

 

Dienstag, 14. Dezember 2004

Anscheinend kommt heute, wenn ich das richtig mitbekommen habe, die letzte Folge von Sex and the City. Also, hierzulande, in den USA ist das Thema natürlich längst und endgültig erledigt.

Vor vielen, vielen Monaten meinte mal jemand, ich hätte gewisse Ähnlichkeit mit einem Mr. Big aus eben dieser Serie (tatsächlich sagte sie sowas wie "Du bist genau wie Big"). Normalerweise verstehe ich ja die meisten Popkulturreferenzen auch ohne den entsprechenden Bezugsrahmen, aber in dem Fall hat sie mich kalt erwischt. Die nagende Ungewissheit war stark, noch stärker als die Frage, was sie mir damit eigentlich sagen wollte.

Trotzdem dauerte es ziemlich lang, bis ich zum ersten Mal eine Folge sehen konnte; die Torrents zum Runterladen ganzer Staffeln sind stets zu früh verreckt, und Ansehen im Fernsehen kam nicht wirklich in Frage. Es ist schwer genug, morgens zu halbwegs festen Zeiten aufzustehen und die Termine des Tages einzuhalten, abends dann noch punktgenau eine Serie zu treffen überfordert mich ehrlich gesagt. Tivo steht hier keines rum, und den Uralt-VHS zu programmieren ist mir zu anstrengend. Irgendwann hab ich dann doch bei Anika eine Folge gesehen - ich hätte nicht gedacht, dass eine Serie noch anstrengender als Ally McBeal sein kann. Als langjähriger Seinfeld-Gucker und ehemaliger Fan von Woody Allen habe ich eigentlich Spaß an den Problem neurotischer New Yorker, aber das war zu viel. Viel zu viel. Zu neurotisch, zu schnepfenhaft und viel zu viele gottverdammt schlechte Voice-Overs. Bedenklich finde ich nur, dass es in meinem erweiterten Bekanntenkreis Leute gibt, die diesen Mist ansehen, um Frauen besser verstehen zu können.

Wenigstens hatte ich das mit dem Big-Vergleich inzwischen anderweitig geklärt. "Quatsch, Du bist viel zu nett", meint meine beste Freundin, "Vollkommener Quatsch, Du siehst bei weitem nicht so gut aus und hast deutlich wengier Geld" meine Schwester. Soviel dazu.

Von erdferkel um 20:02h in Anekdoten | 3 Kommentare |comment