Letztes Silvester hatten die Vietnamesen vom französischen Restaurant nebenan eine Böllerkette: Eine etwa zehn Meter lange Zündschnur, die über und über mit diesen fetten roten Chinakrachern behängt war und am Ende mit einem richtig lauten Böllerklumpen alle Gedanken in der Richtung von "Lauter geht ja gar nicht mehr" verspottet. Aus praktischen Überlegungen haben sie das Monstrum in ca. 5 Meter Höhe in einen Baum an der Straße gehängt, einer Stand nebendran und hielt die Kette immer wieder hoch, damit der feuchte Boden das Feuer nicht töten kann. Danach waren mehrere Quadratmeter Gehsteig mit einer dichten Schicht roter Fetzen bedeckt, die noch mehrere Tage rumgammelte.
Dieses Silvester war's eigentlich genauso, nur dass sie diesmal zwei von den Dingern hatten.
Eigentlich würde ich gerne unseren AStA-Vorsitzenden, einen bescheinigten Feuerwerker und Kriegsmittelräumer, fragen, ob man diese Monster hierzulande überhaupt problemlos kaufen kann, aber andererseits will ich ihn gar nicht auf dumme Ideen bringen. Leute, die nach einem Großfeuerwerk mit leuchtenden Augen "Es war wie Krieg" sagen, sind mit Vorsicht zu genießen.
Update: "Feuerwerkskrempel Klasse IV, nur für Leute mit den entsprechenden Scheinen und nur sehr umständlich zu importieren", meinte er sinngemäß. Anscheinend ist alleine der Import ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz (oder so) und kann einen schonmal für ein halbes Jahr in den Knast bringen, ohne Bewährung (weil's die bei Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz nicht gibt, meinte er. Feuerwerkermythen oder Realität?). Abfackeln darf man das dann (u.a.) nur mit 10 Metern Sicherheitsabstand und gewiss nicht auf öffentlichen Straßen. Soso.
Mit der heutigen Folge endet Jeffrey Rowlands Wigu, eines der wenigen Webcomics, die ich noch gerne und regelmäßig lese. Las. Egal, jedenfalls fand ich Wigu selbst an den langweiligen Stellen noch ziemlich gut. Am Anfang eher schlecht und schräg hat sich Rowlands Zeichenstil deutlich weiterentwickelt, was man an seinem relativ neuen Comic-Blog Overcompensating ganz gut sehen kann.
Ein paar Momente, an die ich mich mehr oder weniger spontan erinnert oder die ich im Archiv entdeckt habe: Der ausgebeutete Affe, der Ninja, die Storyline mit den Cheerleadern (ff.) und die eine oder andere Pointe. Und, natürlich: Bigfoot Pizza. Puppies, like cattle, pigs and other lifestock, do not possess souls, nor do they feel pain.
Zum Einstieg gibt's auch einen netten Reader's Guide, auch wenn das letzte halbe Jahr noch fehlt.
Ach, und ein frohes neues Jahr und so.
Vor einiger Zeit in einem dieser Persönlichkeitstests entdeckt: Köttbullar oder Surströmming?
Köttbullar sind lecker, das weiß jeder, aber wenn man schon mal was neues ausprobieren kann... aber Faulfisch? Ist das nicht Mutantenhaftigkeit um ihrer selbst willen und damit eher schlecht? Wir brauchen außerdem keinen Vorwand zum Saufen, wenn man sowas probiert, dann wegen der Erfahrung und in der Hoffnung, dass es eine positive ist.
Direkt vor die Wahl gestellt wohl eher Köttbullar, aber ich werde die entsprechenden Quellen anbetteln und mir eine Dose von dem Zeug beschaffen. Angeblich schmeckt es ja erst bei wiederholtem Konsum, aber das haben sie mir beim Glasscherbenessen auch einreden wollen.
An den letzten zwei Geburtstagen haben sich Gutscheine bei mir angesammelt, insgesamt 40 Euro bei dem großen Bücherladen in der Fußgängerzone. Früher hätte ich den Laden wohl ziemlich cool gefunden - drei Stockwerke, ganz oben ein Cafe, in der Mitte eine Art Lounge mit Sesseln zum Abhängen, Chillen, Probelesen und natürlich überall Bücher, Bücher, Bücher.
Eigentlich sollte man ja bei dem großen Angebot irgendwas finden können, für das man ohne schlechtes Gewissen die Gutscheine verbraten kann, aber irgendwie wollte mir das trotz bester Vorsätze nicht gelingen. Trotz, vielleicht sogar wegen, des ganzen Ambienteschrotts kam irgendwie nicht die richtige Konsumlaune aus - und das, obwohl ich bewusst die SF/Fantasy-Regale gemieden habe, schon alleine wegen meiner tiefverwurzelten Angst, dass mich dort irgendwelche grauen Herrn mit Gedankenkontrollzigarren zwingen könnten, Band 1-7 des zweiten Zyklus der Legende der Drachenritterhexenkönige zu kaufen (übrigens bestes Fantasybuch seit dem Herrn der Ringe, sagt zumindest der Klappentextmann). Ich bin's ja gewohnt, dass die meisten CD-Läden nicht unbedingt meinen Geschmack bedienen, aber bei Büchern ist die Erfahrung noch relativ neu für mich. Wohl zu viel amazon (billig) und Uni-Buchhandlung (nett, kompetent, schnell) in der letzten Zeit...
Anscheinend wurden inzwischen auch das Comicangebot hauptzielgruppenoptimiert, jedenfalls haben sie nur noch wenige Comics, dafür aber alle zur Zeit erhältlichen Mangas (und die muss ich sowieso nicht kaufen: Mit 40 Euro kommt man da nicht weit, außerdem kann ich mir alle guten und die meisten mittelmäßigen bei meinem Vater leihen). Soweit ich weiß sollte der Manga-Boom inzwischen erledigt sein, das könnte sich bitte auch mal in die Provinz rumsprechen.
Jedenfalls hab ich nach langem Suchen gerade mal 25 Euro für drei Kochbücher (amerikanisch, Kaffee, Late Night) ausgegeben, die restlichen 15 werd ich vielleicht irgendwann anders loswerden und danach einen weiten Bogen um diesen Palast der Enttäuschungen machen. Dumm, dass wohl zuerst all die kleinen Läden sterben, bevor dieser Hort der unerfüllten Erwartungen eingeht.
Wenn ich einmal unendlich reich bin werde ich einen Buchladen aufmachen, in dem alle Leute, die (meiner Meinung nach) schlechte Bücher kaufen wollen, beschimpft werden. Und eine Bar, in der die Kellnerinnen als Insekten verkleidet sind, aber das ist eine andere Geschichte.