Offensichtlich gibt es eine Vielzahl an Erkältungstees, aber leider keinen, aber auch wirklich gar keinen, Erkätungskaffee oder -capuccino. Gerade letztere kann man, zumindest in Pulverform, in unzähligen Variationen kaufen (z.B. "Milka Weiße Schokolade" oder "Irish Coffee"), selbst in einer koffeinfreien Frankensteinversion. Aber halt nicht heilsam.
Eigentlich müsste man ja nur ein paar dieser ätherischen Gesundheitsöle ("100 ml Japanisches Minzöl enthalten 100 ml Minzöl") oder Kräuter in kleinen Mengen unter hinreichend starken Kaffee mischen, um all die Menschen, die wie ich im Zweifelsfall den Tee zur zweiten Wahl erklären oder ihm gar gänzlich abgeneigt sind, zu erfreuen. Zimt im Kaffee geht ja auch und schmeckt gar nicht mal so schlecht.
Da die Marketingleute anscheinend mehr Zeit damit verbringen, irgendwelche Merchandising-Verträge abzuschließen (bei meiner Zahnpaste war der Kater dabei) oder halbherzig zu kombinieren (eben diese Milka-Capuccinos), muss ich weiterhin banale Tees trinken oder es wagen, mir den Kaffee selbst zu aromatisieren. Hilft Angostura gegen Halsschmerzen?
Viel mehr bleibt dazu nicht zu sagen, außer dass ich auch "echt teure korinthische Stiefel" will. Das mal so als Tip für nächsten Sonntag.
"Wann ist mein Auto eigentlich fertig?"
"Welches Auto?"
"Der lila Fiesta."
"Ach, die Großbaustelle."
Eigentlich mag ich ja Großbaustellen, wenn ich am entstehenden Fraunhofer- Planck- Schwerpunkt- Forschungsinstituts- Megaplex vorbeibusse betrachte ich mit Neugier die sichtlichen Fortschritte und denke mit gespannter Erwartung an die für nächstes Jahr angesetzte Einweihung. Gute Buffets sollen sie ja bestellen können, die Softwareingenieure; dafür (und für heiße Luft um über die kalten Tage zu kommen) sind sie uns dann doch gut genug. Bei der westlichen Hälfte des entstehenden Exzellenz-Clusters wird übrigens auch geheißlüftet. Wieviele Weltinformatikhauptstädte man wohl auf einer Welt unterbringen kann? Nur dass Wundermobil eine Baustelle ist, das muss nun wirklich nicht sein. Nach Abschluss der Reparaturen (der sich mit fortschreitender Entdeckung TÜV- und überlebensrelevanter Mängel von Montag auf heute auf wahrscheinlich Samstag verschoben hat) muss ich wohl deutlich mehr Auto fahren, so von wegen lohnen und so. Oder aber ich spare auf ein standesgemäßes Colani-Batmobil in der gleichen Farbe und ernenne es zum neuen Wundermobil.
Nadine, eine Psychologie-Studentin in Potsdam, sucht für ihre Diplomarbeit Opfer, die ihre Freizeit vor dem Rechner verbringen und einen kleinen Test ausfüllen. Damit soll ermittelt werden, warum man vor dem PC rumsumpft, titelmäßig heißt das Thema dann "die Anreizstruktur der Interaktion mit dem Rechner". Zumindest schreibt sie das in der Mail an unsere Fachschaftsadresse...
Als geübte Testausfüller sehen wir natürlich gleich die Kategorien, in die hier sortiert wird und sind anschließend enttäuscht, dass zum Abschluss nur "Ende"erscheint, nicht "Du bist ein Cyberterrorist und Raubkopierer" (oder sowas), geschweige denn ein kleines Bild. Außerdem ist das Ding viel zu lang.
Am Anfang war der Wunsch, ein iBook zu besitzen. Sieht ja auch nett aus, und OS X ist nett, und so Sachen. Vielleicht noch eine dieser drahtlosen Tastaturen, der Desingpreis ist ja auch verdient. Oh, und vielleicht noch einen iPod, passt dazu und ist praktisch - die ogg-Konvertierei macht eh nicht so viel Sinn wie man mal dachte, ist ja eh mehr Religion als technische Überlegung. Dann will man natürlich informiert kaufen, denn kurz vor den Updates ätzt das (Erstes Symptom, denn vernünftiger wäre es, stattdessen was anderes zu kaufen und sich nicht den Apfeltypies auszuliefern). Plötzlich steckt man mitten in einem Gerüchteverfolgerama und wartet gespannt auf Dienstag und liest sogar absurde Spekulationsbeiträge gestörter Gestalten in wirren Gerüchteforen (Zweites Symptom, denn eigentlich habe ich ja ein Leben und bin nicht wirklich unterbeschäftigt).
Die Zukunft wird weisen, ob das wieder nur so eine kurze Phase ist (wie damals, als ich Feuerspucken oder an wie-ein-Ninja-an-Wänden-klettern lernen wollte), oder ob das chronisch wird und schließlich
endet, als ob mir ein G5 auf den Kopf gefallen wäre. Das passende Outfit ist jedenfalls bereits vorhanden, dazu dann noch vielleicht ein Existenzialistenkäppi... Denn eigentlich hat RPG (nettes Buch (pdf)) ja sowieso schon immer recht gehabt, im Grunde sind wir Künstler!
Seit etwa anderthalb Jahren benutzt die Uni KIS, ein unglaublich modernes zentrales System zur Verplanung der Räume und Erstellung des Vorlesungsverzeichnisses. Für Studierende gibt's auch noch einen Planer, der nicht nur alle Vorlesungen und Termine, sondern auch Geburtstage und POP-Postfächer verwalten kann und nebenbei noch Horoskope, den Wetterbericht und Zitate des Tages anbietet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Studierenden befinde ich mich (dank eines meiner drei Jobs) in der auserwählten Position, auch auf den Planungsteil zugreifen und Räume reservieren zu können. Leider kann ich nicht nur, ich muss.
So bekomme ich auch die Heldentaten der Entwicklerfirma aus erster Hand mit. Abgesehen davon, dass das Webdesign vom Benutzbarkeitsstandpunkt her (mit Verlaub) unter aller Sau ist (maximieren wir mal die Zahl der notwendigen Klicks, verwenden wir willkürlich mal Links, mal Buttons) haben die Programmierer ganze Arbeit geleistet. Aus mir unerfindlichen Gründen treten immer wieder Inkonsistenzen zwischen der "internen" und der öffentlichen Datenbank auf, z.B. werden Änderungen nicht übernommen oder mit den alten Daten durchmischt. Die Fehler zu korrigieren ist mir persönlich dann nicht möglich, da mir die korrekten Daten angezeigt werden. Ich behaupte nun wirklich nicht, dass ich viel Ahnung von Web-Applications habe, aber im Prinzip sollte es doch nicht so furchtbar schwer sein, zwei verschiedene Web-Frontends auf ein und die selbe Datenbank zugreifen zu lassen oder wenigstens die Änderungen der einen in die andere Datenbank zu übertragen. Diese Fehler sind übrigens seit der Testphase bekannt, aber immer noch nicht komplett ausgemerzt worden. Wenigstens haben sie uns nach nur wenigen Monaten und diversen Protesten einen Button zum automatischen Sortieren gegönnt, so dass man die weit mehr als fünfzig Einträge nicht mehr mit den "Ein Platz nach oben/unten"-Pfeilen sortieren muss.
Leider ist KIS auch fest in den Händen der Verwaltung, die sich nach Kräften bemüht, daraus einen Katalysator für ihre Inkompetenz zu machen. Jedes Semester werden die Vorlesungen des Vorjahres automatisch übernommen, so dass man einen gewissen Planungsrahmen hat; so auch in den Zeiten vor KIS. Neu ist allerdings, dass es immer wieder zu Fehlern bei der Übertragung (ich vermute mal, dass die Daten abgetippt werden) kommt, die erst später bemerkt und dann von Hand korrigiert werden. Zum Beispiel wurde eine Reservierung verschlampt, was das "Opfer" X. erst einige Wochen später bemerkte. Leider wurde der entsprechende Termin inzwischen von uns für den Dozenten R. verplant, also schaltete X. schnell K. (den Chef der entsprechenden Verwaltungabsteilung) ein, der das ganze an seinen Sub-Chef F., den Haupt-Verantwortlichen für KIS, delegierte. K. delegierte das ganze an Ro. weiter, vergaß aber zu erwähnen, dass es in nahezu allen Fachbereichen unerwünscht ist, dass Dozenten ihre Termine selbst festlegen; schon alleine, weil die gar nicht wissen wollen, was sich überschneiden darf und was nicht. Ro. und R. verlegten also die Vorlesung ohne uns Bescheid zu sagen, und natürlich kam es dadurch zu einer sehr hässlichen Überschneidung im Haupstudium, die wir durch Zufall zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn entdeckten. Fast schon zu spät, um den Fehler noch zu beheben, und Grund genug, unseren Chef wie ein rächendes Strafgericht über die Verwaltung hereinbrechen zu lassen.
KIS alleine ließe sich mühsam ertragen, in den Händen unserer Verwaltung allerdings ist es eine tödliche Waffe. Natürlich war ich von Anfang an voreingenommen: Schon bevor ich das Pflichtenheft las hielt ich das System für eine schlechte Idee ("praktisch nie bezahlbar durchzusetzen"), und als ich dann die Kombination "Windows 2000 Server/SQL/Java" entdeckte roch das für mich nach Klischee-Software-Ingenieuren. Aber inzwischen hatten die Verantwortlichen weit mehr als ein Jahr Zeit, mich vom Gegenteil zu überzeugen; natürlich haben sie auf ganzer Linie versagt. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass ich diesen Job los bin und erinnere mich daran, dass die Planung vor KIS nur die Hälfte der Arbeit gemacht hat.
Ich hasse diese Uni. Ich hasse Software-Ingenieure.